Evangelische Kirche am Limes

Die drei benachbarten Evangelischen Kirchengemeinden Großauheim, Großkrotzenburg und Wolfgang bilden den Gesamtverband „Evangelische Kirche am Limes“. Unsere markantesten Gebäude sind in Großauheim die Gustav-Adolf-Kirche am Main, das Gemeindezentrum Waldsiedlung, das Kinder- und Jugendzentrum T-Haus in der Marienstraße sowie in Großkrotzenburg die Immanuel-Kirche und die Lutherkirche Wolfgang (Anschriften aller Kirchen und Häuser).

Die drei selbständigen Kirchengemeinden arbeiten auf vielen Ebenen miteinander vernetzt. Den Vorsitz im „Limes“ hat Holger Kraft, der auch Vorsitzender des Kirchenvorstands Großkrotzenburg ist.

Die Kirche am Limes ist mit der Stadtkirchengemeinde Hanau sowie der Ev. Kirchengemeinde Kesselstadt in einem Kooperationsraum verbunden.

Wir gehören zum Kirchenkreis Hanau. Dessen Angebote finden Sie hier.

Die Kirche am Limes ist Trägerin der beiden Großauheimer Kinder- und Jugendtreffs T-Haus und JUZ#1 (letzteres gemeinsam mit der Stadt Hanau).

Der monatlich erscheinende Gemeindebrief KONTAKTE informiert über das kirchliche Leben “am Limes”.

Der Limes-Gospelchor unter Leitung von Kantor Oliver Pleyer steht allen Interessierten offen. Keine Vorkenntnisse erforderlich.

GEMEINDEBÜRO FÜR ALLE DREI KIRCHENGEMEINDEN

Sekretärin I Astrid Eggert

Sekretärin I Astrid Eggert

E-Mail: astrid.eggert@ekkw.de
Tel.: 06181-536 66
Fax: 06181-574 210

Ev. Kirche Am Limes
Theodor-Heuss-Straße 1
63457 Hanau-Großauheim

Bürozeit: Mo, Mi, Do, Fr – 9.00 bis 12.00 Uhr

Geschichtlicher Überblick

Geschrieben von: Manfred Zach

Großauheim war bis zur zweiten Hälfte des XIX Jahrhunderts ein rein katholischer Ort. Erst mit Beginn der Industrialisierung (Errichtung des Ostbahnhofs – jetzt Hauptbahnhof Hanau – auf Großauheimer Gelände / Erbauung der Pulverfabrik im heutigen Wolfgang, 1874-75 / Bau der Eisenbahn Hanau – Aschaffenburg und der Marienhütte, 1899) kamen evangelische Christen nach Großauheim.

1871 lebten 73 evangelische Einwohner in Großauheim. Deren Zahl stieg stetig und rasch an und betrug 1895 = 419, 1909 = 1507, 1925 = 2.014 und 1955 = 3.744 evangelische Einwohner. Bei der Kirchenvorstandswahl im September 2013 lebten in Großauheim 2.854 evangelische Einwohner, davon waren 2.544 Personen wahlberechtigt. In Großkrotzenburg waren von 1.498 evangelischen Einwohnern 1.300 wahlberechtigt.

Die Gemeinde hat zwei Pfarrbezirke (Altstadt und Waldsiedlung). Die evangelischen Christen in Großauheim wurden mit den evangelischen Christen in Großkrotzenburg durch die Geistlichen der Johannisgemeinde Hanau betreut.

1893   Gründung einer einklassigen evangelischen Schule in Großauheim, Dank der Bemühungen des Pfarrers Lamm, Hanau.

1896   Die steigende Zahl evangelischen Christen führt zum Ankauf eines ehemaligen Fabrikgebäudes (Eisengießerei), das zum „Betsaal“ und Kindergarten hergerichtet wird (neben dem Pfarrhaus 1, später Domizil des 3.Welt Laden). Aus Spendengeldern werden ein Harmonium und eine kleine Glocke angeschafft; ein Gesangsverein und später ein Posaunenchor entstehen.

1897   Erwerb eines Kirchbaugeländes (die Mäuseäcker / heutiges Lindenaugelände) durch die Johanniskirchengemeinde

1898   Die Großauheimer evangelische Gemeinde wird zusammen mit Großkrotzenburg eine selbständige Kirchengemeinde, wird mit den Rechten einer Filialgemeinde ausgestattet und erhält ein Presbyterium (Kirchenvorstand).

1902   Gründung eines Kirchbauvereins
Das vorhandene Baugelände erscheint als nicht gut geeignet für einen Kirchbau und wird verkauft. Der Grund liegt in der Annahme, dass sich Großauheim weiter mainabwärts entwickeln würde. Aus dem Erlös wird der neue Bauplatz gekauft. Ausarbeitung eines Bauplans durch den Königlichen Kreisbauinspektor, Herrn Baurat Becker, Hanau

1909   19. September: Grundsteinlegung für die Evangelische Kirche

1910   Die Kirchengemeinde Großauheim erhält eine Hilfspfarrei. „Hilfspfarrer“ wird Pfarrer Oskar Fuchslocher. Erwerb eines Gebäudes, das zum Pfarrhaus eingerichtet wird.

1911   Einweihung der Kirche am 22. Januar 1911
Die Kirche erhielt 1956 den Namen „Gustav-Adolf-Kirche“, weil das Gustav-Adolf-Werk maßgeblich an der Finanzierung der Kirche beteiligt war. Das Geläut bestand aus drei Bronzeglocken in den Tönen f’–as’–c”

1914   Die Hilfspfarrei wird in eine ordentliche Pfarrei umgewandelt. Damit entfällt der Status einer Filialgemeinde, die Gemeinde wird eigenständig.

1916   Im Rahmen der Metallmobilmachung musste die Gemeinde zwei der drei Bronze-glocken abliefern. Sie behielt die mittlere Glocke (as’).

1922   Die Kirchengemeinde beschloss, das Geläut wieder zu ergänzen. Weil Bronze unerschwinglich war, verkaufte die Gemeinde die verbliebene Bronze – Glocke und ließ ein Geläut aus Graueisenguss in den Tönen es- g – b (tieferes Geläut) erstellen.

1945   Kirche und Pfarrhaus werden kurz vor Beendigung des 2. Weltkrieges durch amerikanischen Beschluss stark beschädigt.

1952   Evangelische Gemeinde kauft die ehemalige Synagoge in Großkrotzenburg und bildet sie bis 1974 zur evangelischen Kirche aus.

1953   Renovierung der Kirche. Dabei wurden die zum Main zeigenden Fenster zugemauert.

1956   01. April: Großkrotzenburg wird eigenständige Kirchengemeinde, verbleibt aber als Filialgemeinde bei Großauheim.

1965   Eine zweite Pfarrstelle wird eingerichtet mit Sitz in der Waldsiedlung

1967   Juni: Grundsteinlegung für das Gemeindezentrum in der Waldsiedlung (I. Bauabschnitt)

1968   10. September: Einweihung des Gemeindezentrums Waldsiedlung

1971   Gründung des Zweckverbandes Kirchenbezirk am Limes mit den Gemeinden Großauheim, Großkrotzenburg und Wolfgang. (Wolfgang tritt später aus dem Zweckverband aus und bleibt eigenständig.)

1973   August: Grundsteinlegung für den II. Bauabschnitt des Gemeindezentrum Waldsiedlung

1974   16. Juni: Einweihung des II. Bauabschnitts des Gemeindezentrums

1974   Bau des evangelischen Gemeindezentrums in Großkrotzenburg

1985   Die dritte Pfarrstelle wird eingerichtet mit Sitz bei der Filialgemeinde Großkrotzenburg

1985/86   Grundlegende Renovierung der Gustav-Adolf-Kirche.

2002   Die alten Graueisengussglocken werden durch neue Bronze-Glocken ersetzt. Kosten: 70.291,03 Euro (= 137.477,30 DM). Die Glocken werden durch Spenden finanziert.

2005   Der Zweckverband Am Limes wird in einen Gesamtverband umgewandelt. Die Gemeinde Wolfgang wird nach der Zurruhesetzung von Pfarrer Lengler von Pfarrer Liebermann mitbetreut, bleibt aber eine eigenständige Gemeinde.

2007   Mit den Restspendengeldern des Glockenkontos wird eine automatische Läuteeinrichtung für die Glocken und ein Uhrwerk für die Kirchturmuhren angeschafft.

2009   Im Gemeindezentrum Waldsiedlung werden behindertengerechte Toiletten und eine Rampe in den großen Saal eingebaut. Bei der Sanierung des Daches des Altbaues wird gleichzeitig eine Photovoltaikanlage installiert.

2010   Die Membranen der Orgel sind altesbedingt porös geworden und platzen. Wegen der bevorstehenden 100-Jahrfeier der Kirche beschließt der Kirchenvorstand die Komplettsanierung der Orgel. Die Arbeiten werden von der Orgelbaufirma Antonin Habertin, Straubing, ausgeführt. Die Kosten belaufen sich auf 14.600,00 Euro.

2011   22. Januar: Festgottesdienst anlässlich der 100-Jahrfeier der Kirche. Die Predigt hält Propst Bernd Böttner, Hanau. Bei diesem Gottesdienst wird auch die Chronik der Kirchengemeinde Großauheim vorgestellt.