#beziehungsweise christlich und jüdisch: Freude an den großen Taten Gottes

In der dunklen Jahreszeit feiern jüdische und christliche Gemeinden auf ihre je besondere Weise ein Lichterfest: Die wachsende Zahl der Kerzen am Adventskranz führt in unserer Tradition zum Weihnachtsfest hin: „Das Licht scheint in der Finsternis“ (Joh 1,5).
Noch weiter zurück reicht das Lichterfest in der jüdischen Tradition; schon Jesus hat es gefeiert (Joh. 10,22). Alljährlich erinnert es an ein Wunder, das historisch verbürgt ist: Der griechische König Antiochus IV hatte in seinem Reich (ca 160 v.Chr.) die jüdische Lebensweise bei Todesstrafe verboten, weil der biblische Glaube an den Einen, bilderlosen Gott nicht in sein Weltbild passte. Da ging eine kleine Gruppe von Getreuen, die Makkabäer, in den Untergrund. Ihre Widerstandsbewegung wuchs und wuchs, und schließlich gelang, was keiner für möglich gehalten hatte: Die hochgerüstete griechische Armee wurde aus dem besetzten Jerusalem vertrieben. Der von den Griechen entweihte Tempel wurde neu eingeweiht, und zum Gedenken an das Wunder wird seither jedes Jahr im Winter das achttägige „Chanukka“-Fest gefeiert (dieses Jahr vom 28.11. bis 4.12.): Jeden Abend brennt ein weiteres Licht am Leuchter, der an vergangene Erfahrungen mit dem lebendigen Gott erinnert – und die Hoffnung auf künftige Überraschungen wach hält. Mit allen Einzelheiten spannend erzählt ist die Geschichte übrigens im Zweiten Buch der Makkabäer, Kap. 5-10.
1700 Jahre jüdisches Leben nördlich der Alpen gab es in diesem Jahr zu feiern. Die monatlichen Artikel dieser Reihe haben Impulse dazu gegeben. Nun endet das Jubiläumsjahr also mit einem doppelten Lichterfest: Weihnachten und Chanukka. – Frohe Festtage!

M. Goldmann