#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst!

Konfirmation! Dieses Fest, das im Frühjahr auf uns zukommt, macht auf seine Weise die jüdische Wurzel bewusst, ohne die es uns als Christenmenschen nicht gäbe.

Dass der biblische Glaube auch mit Lernen zu tun hat, dass da selbständiges Mitdenken und Entscheiden gefordert ist, das war im Judentum schon zur Zeit Jesu für alle klar. Der Evangelist Lukas malt uns in einer wunderbaren kleinen Szene vor Augen, wie es bei der „Konfirmation“ des Jesus von Nazareth zugegangen sein mag (Lukas 2,41-52).

Auf hebräisch heißt diese festliche Anlass „Bar Mizwah“ (wörtlich: „Sohn des Gebots“). Etwa um den 12. oder (häufiger) 13. Geburtstag herum wird ein jüdisches Kind mündig, also verantwortlich für den eigenen Weg vor Gott. Zur Vorbereitung darauf gehört natürlich Unterricht. Und vor allem gibt es ein großes Fest in der Synagoge und in der Familie, wenn ein Junge „Bar Mizwah“ oder ein Mädchen „Bat Mizwah“ wird.

Die Konfirmation bei uns ist nicht so deutlich auf ein bestimmtes Lebensjahr festgelegt; auch feiern wir sie in unseren Gemeinden jedes Jahr alle am selben Termin, sozusagen „gebündelt“. Auf diese Weise lernen die Konfis bei ihrer Vorbereitung auf den großen Tag gleich auch viele andere kennen, die auf einem ähnlichen Weg sind. Wunderbar! Und zugleich ist der Grundgedanke ähnlich wie schon im Judentum seit biblischer Zeit: Zu dem lebendigen Gott gehören – das heißt auch, von der Geschichte wissen, die er mit seinen Menschen hat, und mein eigenes Leben so zu gestalten dass es diese Geschichte weiterführt – so, wie ich es am besten verantworten kann. Na dann: „Glückauf!“, oder, mit dem jüdischen Gruß: „Masel tow!“

M. Goldmann